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Besondere Manöver

Weitere besondere Manöver des Ruderns auf venezianische Art / „Voga Veneta“

Um das Boot zu stoppen – „siàda“ – wird das Ruder auf das innere Vorderseite der „fórcola“ („sanca“) geholt, mit dem Blatt des Ruders mehr oder weniger vertikal in abhängig von der Dringlichkeit des Manövers. Bei Gefahr eine Zusammenstosses wird das Ruder mehrfach kraftvoll durchs Wasser gesogen um den Wasserwiderstand zu vergrößern und die Kollision zu vermeiden (Die „fórcola“ muss in ihrem Schlitz fest blockiert werden, damit sie nicht hinausschlüpfen kann und der Gondoliere eine unfreiwilliges Bad nimmt).
Es gibt zwei Arten von Bremsmanövern: Bei dem ersten, dass das Boot beim Bremsen nach rechts dreht – wird das Ruder auf den unteren Teil der fórcola abgestützt es heißt „siàda bassa“. Das zweite heißt „siàda Alta“; es hält das Boot gerade oder dreht es sogar nach links. Dabei wird das Ruder am höheren Teil des fórcola unter die Vorwölbung an der Oberseite („récia“) abgestützt.
Um leicht zu bremsen, oder auch das Boot bei Wellen zu stabilisieren, kann die ganze Mannschaft beim „Rückholschlag“ wie beim Ruderschlag des Steuermanns im Wasser bleiben und so das Boot stabilisieren und leicht verzögern.

Während des Bremsens „siada“, wie auch bei allen anderen Manövern, sollte die Lage des Blattes des Ruders relativ zur seiner Bewegung im Wasser immer die gleiche sein. Es drückt immer die winklige Seite des Ruders das Wasser. So werden die hölzernen Fasern des Ruders in der gleichen Richtung belastet. Weiterhin ist es ist ratsam die Länge des Ruderblattes im Wasser verringernd um zu große Kräfte auf die Arme zu vermeiden.

Um rückwärts zu rudern „indrìo“, legt der Gondoliere das Ruder vor die fórcola in das sanca und setzt mit 8-förmigen Bewegungen des Ruders zurück , dabei muss frühzeitig die Richtung korrigiert werden.


Um das Boot seitlich zu verschieben wird das Ruder seitlich an der Bordwand nach vorn etwa in die Mitte der Bordwand geschoben. Das Ruder wird dann als Hebel mit dem Rumpf als Gelenk benutzt. Dieses Manöver „dar zò“ wird nur unter Verwendung der rechten Hand durchgeführt.  Diese Technik wird auch mit dem Ruder nahe dem Heck verwendet um das Boot rechts zu drehen bzw. das Heck nach links zu schieben, ohne es vorwärts zu bewegen, als ob das Boot auf einem Gelenk wäre.

Um nur das Heck rechts zu verschieben, verwendet das „Wasser ziehen“ („tiràr acqua“). Dafür wird das Ruder senkrecht ins Wasser gehalten und in Richtung zum Ruderer mit beiden Händen gezogen. Auch hier wird wieder eine 8-förmige Bewegung im Wasser vollzogen.
Mit dem „Wasser ziehen“ können sehr komplexe Bewegungen mit dem Boot gefahren werden, es wird aber eher selten verwendet, da es ohne Benutzung der Dolle extrem kraftraubend ist.

In den schmalen Kanälen rudert der Gondoliere „auf dem trastolìni“ in dem er die Bordwand und die Querbretter  die die linke und rechte Seite des Bootes verbinden (die „trastolìni“) nutzt und rudert „in sanca“. Dabei wird das Ruderblatt untergetaucht in 8 förmigen Bewegungen hin und her geführt. In Norddeutschland ist diese Bewegung als „wriggen“ bekannt.

Schließlich gibt es noch ein kurioses Manöver bei dem der Gondoliere seine Füße benutzt. Es wird verwendet, wenn die Gondel rechts in einem sehr schmalen Kanal abbiegen soll und dabei das Heck in Risiko läuft  die Wand zu berühren. In diesem Fall streckt der Gondoliere sein rechtes Bein über die Seite des Bootes und drückt sich von der Wand ab.
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