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Fiorita 2014 - Als Neuling auf der Fiorita

veröffentlicht um 20.09.2014, 11:34 von T F   [ aktualisiert: 20.09.2014, 11:37 ]

Es gibt wohl kaum ein unvergesslicheres Erlebnis für einen Gondoliere als seine Heimat VENEZIA zum ersten Mal standesgemäß mit einer Gondel zu betreten. Schon die sogenannte „Fischmarkt-Runde“, zu der wir Tegernseer Gondoliere von unseren venezianischen Freunden eingeladen wurden, ist ein erster Höhepunkt auf unserer Reise. Wir tauchen ein in venezianisches Lebensgefühl und erleben die Stadt auf ganz andere Art – sehr persönlich, quirlig und haut- bzw. wasser-nah. Die herzliche Gastfreundschaft unseres Partnervereins in Mestre, begleitet von italienischem Wein und Gesang, übt einen unwiderstehlichen Charme aus. So werden unsere Versuche, Italienisch zu sprechen, auch zunehmend mutiger und flüssiger.

Auf der Fiorita am nächsten Morgen ist zu spüren, dass wir trotz unserer unverkennbar bayrischen Merkmale (Fahne, Tracht und Bier), ein Teil der „Voga Veneta“, dem venezianischen Rudern, geworden sind. Wir werden zwar mitunter mit „tirolesi“ verwechselt, aber überall zollt man uns Respekt – nicht nur wegen unserer großzügigen Bierspenden, die ein Fässchen Tegernseer Hell auf unserem Bug ermöglicht. Die unglaubliche Stimmung, die uns auch von den Zuschauern positiv entgegenschlägt, trägt uns die Riviera Brenta hinunter, in den Sonnenuntergang hinein. Erschöpft, aber beseelt von so vielen unvergleichlichen Eindrücken, klingt der Abend auf „unserer“ Caorlina rossa aus. Und wieder an Land fühle ich noch lange den schaukelnden Rhythmus der Gondelfahrt.

Nicht nur ich hatte mit der Fiorita eine Feuertaufe als Gondoliere zu bestehen. Unser langjähriger erfahrener Popa hat sein Steuerruder zeitweilig dem kleinsten Mann im Bunde überlassen. Erst hier wird klar, wieviel Geschick, Kraft und Augenmaß nötig sind, um eine Gondel sicher im Corso durch einen teilweise kurvenreichen Fluss zu steuern, durch enge Passagen wie z. B. Schleusen oder Brücken zu leiten und schließlich auch vorsichtig an Land oder an anderen Gondeln anzulegen. Die Aufgabe wurde gemeistert und so steht uns hoffentlich auch in Zukunft ein weiterer Popa mit Erfahrung zur Verfügung.

Fiorita 2104


Wer auch einmal Teil dieser unvergesslichen Reise werden möchte, dem sei gesagt, dass im Vorfeld  konsequentes Gondeln auf dem Tegernsee notwendig ist, denn für Anfänger sind die langen Strecken durchaus eine Herausforderung, die man aber bewältigen kann. An dieser Stelle gilt der Dank den langjährigen Fiorita-Teilnehmern, die mich als Neuling so tatkräftig unterstützt und begleitet haben.

N.R.