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Ruderkurse 2019

veröffentlicht um 21.07.2019, 02:28 von T F
„Na, da musst du den See aber erst noch freikratzen“, spöttelte eine Freundin noch am Vorabend meines Ruderabenteuers im Mai. Sie war sicher nur neidisch auf mein neues Hobby, sagte ich mir, als ich in mehreren Schichten Klamotten und Wintermütze durch die schneebedeckte Landschaft zum See fuhr. Die Mütze blieb drauf. 

Bibbernd fanden wir uns im klammen Bootshaus zur ersten Ruderstunde ein. 

„Ich träum von einem Sommer auf dem See.“ „Ich möchte Sport treiben an frischer Luft.“ „Ich freue mich, was ganz Neues zu lernen.“ „Ich möchte anderen nicht mehr beim Rudern zusehen“ – die Motivationen, die uns zu diesem Kurs zusammengebracht haben, waren so unterschiedlich wie die Teilnehmer, die durch superschnelle Anmeldung einen Platz im Kurs ergattert hatten. 

Torsten und Irmi nahmen all unsere Träume freundlich unkommentiert zur Kenntnis, ehe sie auf die harte Realität trafen. 

Ja ja, wir hatten da so Unterlagen zum Einlesen bekommen, aber landrattig wie wir waren, war das Ruderlatein einfach zu fremd. Nachdem ich „Ich rolle mich ins Boot“ verstanden hatte, sagte mir selbst mein Landrattenverstand, dass das nicht stimmen konnte. Also erstmal alles ansehen und versuchen, dabei nicht durch allzu große Begriffsstutzigkeit aufzufallen. 

Meine Wetterapp drohte mit Schneesturm. Torsten sagte „Das Wetter wird am Steg gemacht“. Und er machte einen frischen ruhigen kühlen Morgen. Geht doch. „Sommer auf dem See“ kommt bestimmt noch. 

Wir lernten Boote zu tragen. Der auswärtige Kursteil weiß jetzt auch, wo der Wallberg ist. Das lernt man beim Bootkippen. Und unser sportlicher Kursteil übte sich in Geduld, wenn es hieß „Rudern ohne Kraft; erst Technik“. 

Unser Lernfortschritt war schon dank unserer anfänglichen Ahnungslosigkeit atemberaubend. Nein, Rudergänger sind nicht alle Leute, die Rudern gehen. Und dass man aus so einem Boot auch rausfallen kann, kam mir lange nicht in den Sinn.


Die „Einstiegsprüfung“, von der immer mal die Rede war, war sicher die Prüfung für Einsteiger beim Rudern, konnte also nicht so schwer sein. War bestimmt was mit ins Boot rollen. - Selig sind die Ahnungslosen… 

Aber wie so vieles, demonstrierte uns Torsten auch das völlig selbstlos. 

Der Prachtwinter verging dann nicht, ohne noch großes Theater mit Hochwasser zu veranstalten. Was uns sehr aus der Bahn warf. Das Wetter wird am Steg gemacht – ja, hatten wir gelernt – aber wenn der Steg plötzlich weg ist, ist das auch blöd. 

Dann hatten wir die Gelegenheit, schnell alles wieder zu verlernen, ehe wir uns dann noch wieder erinnerten und der Kurs schon auf die Zielgerade einbog. Ok, also das mit der Zielgeraden ist nur so ein Bild – wir fahren leider noch nicht gerade. Aber wir arbeiten dran. 

Und Sommer auf dem See haben wir inzwischen auch. 

Danke, allen, die uns beim Lernen und Ankommen im Verein super herzlich unterstützen!

A.R. + A.S.-K.
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