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Ruperti-Pokal 2015 - Breitensportregatta Waging

veröffentlicht um 03.11.2015, 10:27 von T F   [ aktualisiert: 03.11.2015, 10:50 ]
Bootshaus in Tegernsee, Samstag, 31. Oktober 2015, 7.30 Uhr- Nebel. So dick und so tiefhängend, dass man fast das Gefühl hat, der Kopf verschwindet darin. Aber egal, das Wetter wird ja am Steg gemacht – und wir wollen nach Waging und haben vor, auf der dortigen Regatta mit unserem Vierer mit Steuermann das Feld aufzumischen- oder eigentlich eher das angedachte 18-Kilometer-Rennen sauber und mit Spaß über die Bühne zu bringen. 

 Wir, das sind Thorsten Franke, Tilmann Domzig, Kristine Wright und Wolfgang Schäfer als Bootsbesatzung, ich am Steuer- und ganz wichtig: Frieda und Ina Domzig als mentale Unterstützung und Fotografen-Team. Also Hänger angehängt und los geht’s. Je näher wir Waging kommen, desto mehr klart es auf und am Sattelplatz in Waging empfängt uns bei strahlendem Sonnenschein ein spiegelglatter See mit fast schon kitschigem Bergpanorama. Es ist ordentlich was los und der gesamte Regattabetrieb macht einen sehr professionellen und gelungenen Eindruck. Insgesamt 27 Vereine aus Österreich und Deutschland gehen in mehreren Rennabteilungen am Vormittag und Nachmittag aufs Wasser, ausschließlich als Vierer und Achter (Renn- und Gigboote). 

Wir starten gleich im ersten Rennen um 11.00 Uhr und gehen pünktlich, vorfreudig und ein bisschen aufgeregt mit den anderen Rennteilnehmern kurz nach 10.30 Uhr aufs Wasser. 11.00 Uhr: Start – ein langer, zwei kurze, wieder ein langer – und dann Übergang in den Streckenschlag. Die Skulls pflügen sauber durch das Glitzerwasser , man merkt die Vibration, die durch das Boot geht: das Rennen hat begonnen und der “Spirit” zieht jeden von uns mit, die Atmosphäre bei diesem unglaublichen Wetter tut ihr übriges dazu. Wir ordnen uns zwischen den uns umgebenden Vierern und Achtern ein und gelangen nach 4,5 Kilometern zur ersten Wende des Rennens. Wir hatten uns vorher entschlossen, diese aus der Fahrt heraus als Rennwende zu absolvieren und legen einen schneidigen U-Turn hin, der uns sehr gut gelingt und uns damit eine gute Ausgangsposition für das weitere Rennen verschafft. Wir fahren zurück durch den Waginger See und gelangen nach der Hälfte der Strecke unter einer Brücke hindurch in den Tachinger See. Langsam wird es schwer und zäh und vermutlich kommen Zweifel auf, ob denn wirklich soviel Kraft in den Beinen vorhanden ist, wie ich mantramäßig vorbete- aber Kristine und die Männer ziehen die Skulls weiter mit Kraft und feiner Technik durchs Wasser. Die zweite Wende nach 14 Kilometern kommt in Sicht. Während ein Achter direkt vor uns viel zu steil anfährt und die Kurve sehr weit ausfahren muss, kommen wir zum zweiten Mal sehr gut herum, freuen uns- und sind plötzlich nicht mehr zwei Längen hinter, sondern direkt neben dem Achter. Tilmann hat seine Rückschmerzen sowieso längst vergessen und jetzt packt uns alle der Ehrgeiz. Wir schaffen es, uns dauerhaft vor den Achter zu setzen und passieren weit vor diesem die Brücke zur Einfahrt in den Waginger See, pure Gänsehaut, ein tolles Gefühl! Kristine und die Jungs nehmen noch mal alle Kraft zusammen und fahren nach 17 Kilometern einen waschechten Endspurt bis ins Ziel.


Und dann ist es geschafft, wir haben es geschafft, ich blicke in vier geschaffte und glückliche Gesichter und bin stolz wie Oskar, diese Mannschaft gesteuert zu haben. Der Lohn? Ein völlig unerwarteter 3. Platz in unserem Rennen und mit nur einem Boot in einem Rennen Platz 16 in der Vereinswertung, ein toller Erfolg! 

Wir genießen von einem grandiosen Platz direkt am Wasser aus leckere Käsespätzle und andere absolut verdiente Leckereien und saugen die Atmosphäre um uns herum in uns auf: die anderen Vereine, die Ruderer, die alle zusammen zu diesem tollen Tag beigetragen haben, die Sonne, die Siegerehrung- und werden dann noch von Sepp, einem der Ruderer aus dem Rosenheimer Ruderverein, spontan zu einer Rudersession auf dem Inn oder dem Simssee eingeladen. Sepp, wir kommen! Zum krönenden Abschluss fahren tatsächlich noch vier Fischerboote spontan unter dem Jubel der Ruderer am Ufer ein hammerhartes Kurzstreckenrennen. 

Das Fazit? Geiler Tag, geiles Rennen, alles richtig gemacht! Unser Dank geht an den Waginger Ruderverein, der diese Regatta ausgerichtet und zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht hat. Und ein ganz besonderes Dankeschön geht noch mal an Frieda und Ina - ohne Euch wären wir nur halb so gut durchgekommen! 

Zu guter Letzt: Kristine, thanks a lot! You’re a real rowing athlete and we will miss you! Take care, all the best- and please don’t forget the world’s best small rowing club at the little blue lake☺ 

Sportliche Grüße, Anna