Willkommen‎ > ‎Neuigkeiten‎ > ‎

Vogalonga 2015

veröffentlicht um 30.05.2015, 02:37 von T F   [ aktualisiert: 30.05.2015, 02:44 ]

Als Schlachtenbummler auf der Vogalonga

„Andiamo! Andiamo!“ – Um 6.30 Uhr ist auf dem Vereinsgelände unseres Partnervereins in Mestre an Schlaf nicht mehr zu denken. Es herrscht italienische Betriebsamkeit am Tag der Vogalonga, der uns mit warmen Sonnenstrahlen begrüßt. Während sich unsere Tegernseer Vogatori rüsten, gleicht die Ablegestelle am Lido schon einem Rummelplatz, wo die Ruderer bereits um jeden Zentimeter und jede Minute kämpfen. Anders unsere Gondoliere: Hier ist die Gelassenheit zu spüren, die sich einstellt, wenn man die Vogalonga bereits mehrmals erfolgreich absolviert hat. Und bei uns stellt sich doch Wehmut ein: „Ach, wer da mitrudern oder mitgondeln könnte …“

Venedig ist im Vogalonga-Fieber: Schlachtenbummler und Touristen schieben sich durch die Gassen, versuchen einen guten Sichtplatz zu ergattern. Auch hier sind erfahrene ehemalige Vogalonga-Teilnehmer im Vorteil: Bestens versorgt mit Prosecco, Erdbeeren und anderen Köstlichkeiten finden wir beste Plätze am Beginn des Cannaregio, kurz vor dem Ponte di Tre Archi. Dass sich hier der – im doppeldeutigen Sinne -  aufregendste Teil der Strecke befindet, wird uns Unerfahrenen erst dann klar, als sich in der Mittagszeit ein Stau bildet. Das grandiose Schauspiel aus verzweifelten Ruderern, wütenden Steuermännern, unverfrorenen Kajakfahrern und hilflosen Tauchern ist von der Kanalmauer aus betrachtet sicherlich amüsanter als als aktiver Teilnehmer. Auch hier ist wieder die professionelle Ruhe unserer Gondoliere gefragt, die natürlich lieber mit wehenden Fahnen nach Venedig eingefahren wären. Hier gab es auch verdutzte Gesichter, denn dass auf einer mestrinischen Gondel so gut Deutsch gesprochen wird, vermuten wohl die wenigsten Mitstreiter auf der Vogalonga. Das schönste Abschlussbild der Vogalonga bot sich uns vom Balkon eines Palazzo, der zur Zeit der Biennale für eine Kunstausstellung geöffnet war: Direkt gegenüber des berühmten „Fischmarkts“ konnten wir den Canal grande ohne lärmende Vaporettos und knatternde Wassertaxis genießen. In der prächtigen Nachmittagssonne zogen Ruder- und Drachenboote, Kajaks, Kanus und Gondeln ganz friedlich und harmonisch aneinander vorüber. Die Hektik des Tages war vergessen, entspannte Glückseligkeit bahnte sich ihren Weg.

Zurück am Vereinsgelände war bei wunderbarem Wetter das Vogalonga-Fest in vollem Gange - mit Tegernseer Bier und italienischem Prosecco. Gefeiert wurde dieses besondere Maifest unter dem am Vortag im strömenden Regen erneuerten Maibaum, der – wie das Fest selbst – die Freundschaft der beiden Vereine ausdrucksstark symbolisiert. Herzlicher Dank geht an alle Organisatori und Vogatori, die uns Schlachtenbummlern z. B. am Tag nach der Vogalonga noch eine schöne Ausfahrt in der Caorlina ermöglicht haben!

N. R.


Bessere Auflösung unter only.rvat.de