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Vogalonga 2018 - Gedanken von den Jungs aus dem Jugendvierer

veröffentlicht um 27.05.2018, 05:09 von T F   [ aktualisiert: 27.05.2018, 05:09 ]

Wir, drei Jungs aus der Jugendgruppe des Rudervereins, waren dieses Jahr das erste Mal auf der Vogalonga in Venedig dabei. Wir sind einen Vierer mit Steuermann gerudert.

Als wir die ersten Infos über die Voga bekommen haben, ging uns einiges durch den Kopf:

  • Werden wir es schaffen, da zwei von uns erst letztes Jahr das Rudern gelernt haben?!
  • Mein Gesäß tut mir ja jetzt schon weh, 35km - oh mein Gott!!
  • Die Angst vor dem Kentern, sowie zu wenig Kondition für die lange Strecke, war auf alle Fälle da.
  • Wird es an der Voga regnen oder voll heiß sein?

Am Samstag, den 19.05.2018, also einen Tag vor der Regatta, haben wir unser Boot für die Vogalonga startklar gemacht.

Auch dabei hatten wir noch einige Gedanken:

  • Wie wird die Fahrt durch den Canal Grande werden, wenn alles voll ist?
  • Wie viele Boote werden wohl in Mestre starten?
  • Ist der Spritzschutz am Boot wirklich notwendig? – Der macht doch die ganze Optik kaputt!
  • Juhu morgen geht endlich die Vogalonga los!

Sonntagmorgen sind wir dann sogar vor dem Wecker aufgewacht, der um 6 Uhr klingeln sollte.

Die Sonne scheint, blauer Himmel - voll perfekt, jetzt kann es los gehen.

Wir wollen endlich auf das Wasser, aber jetzt müssen wir auch noch warten, und dann sollen wir auch noch das Boot über Kiel ins Wasser bringen, wirklich sehr unpraktisch.

Hoffentlich fallen wir dabei nicht in das dreckige Wasser.

Geschafft, endlich können wir um 7:30 Uhr zum Markusplatz starten und wir sind alle hoch motiviert.

Wie lange wir wohl fahren werden, weil irgendwann muss man doch mal aufs Klo oder heißt es dann: „einfach über Bord, ihr tut euch da eh leichter?!“

Es wurde uns ja erzählt, dass es ganz schön anstrengend werden kann, hoffentlich wird es nicht ganz so schlimm. Werden viele Schlachtenbummler unterwegs sein? 

Um 9 Uhr ist dann endlich der Startschuss vor dem Markusplatz gefallen, aber irgendwie überholen uns alle und wir niemanden. 

Hoffentlich passiert uns nichts, dass unser Ruder oder sonstiges zerbricht.

Noch nicht mal die Hälfte der Strecke ist vergangen und mein Po tut mir jetzt schon weh. Aber das ist schnell vergessen, wenn man durch Burano und Murano fährt, es sind zwei sehr schöne Inseln zum Durchrudern. Motivierend ist natürlich auch wenn unsere Italiener vom Partnerverein Voga Mestre uns auf dem Wasser erkennen und anfeuern - auch wenn sie uns überholen.

Über die Hälfte haben wir geschafft, jetzt wird endlich an einer Insel in der Lagune eine längere Pause gemacht. Hoffentlich setzen wir nirgendwo auf und machen das Boot kaputt. Aber dafür ist es an der Insel ganz schön schlammig, jetzt kann endlich der Po entlastet werden. Wir haben auch was zum Essen dabei, damit wir uns wieder stärken können und die Pinkelpause ist jetzt auch keine wackelige Angelegenheit mehr. ;)

Nach der Pause heben wir unsere Vereinskollegen überholt und sind dann auch vorne drangeblieben. 

Die letzten Meter zum Cannaregio aber was ist das für ein Chaos da vorne dran?! Jetzt wird es ja richtig spannend, hoffentlich kentern wir jetzt nicht. So viele Boote auf so wenig Fläche, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Warum haben wir eigentlich kein Paddel dabei, dass wäre viel einfacher bei dem Chaos. Wir hoffen, dass unser Boot nicht durch andere Boote beschädigt wird und die Ruder dürfen auch nicht abbrechen.

Wie kommen wir da nur am besten raus?!


Gott sei Dank, endlich geschafft, jetzt nur noch den Canal de Grande durch und dann sind wir endlich am Markusplatz, wo die Ziellinie ist.

Ein Boot zu steuern auf gerader Strecke ist ganz leicht aber durch den Canal Grande sehr schwer und es kann einen leicht überfordern, wenn verschieden Boote mit verschiedenen Breiten dort durchfahren.

Juhu jetzt sind wir fast da, ja wir schaffen das!!

Dieser Jubel und zurufe sind der Hammer, da ist die ganze Anstrengung weg und es motiviert gleich noch viel mehr. 

Das Ziel ist nur noch einen Ruderschlag entfernt, hoffentlich trifft die Frau unser Boot mit dem Medaillensäckchen - Ja das hat sie und wie voll die perfekte Landung.

Jetzt geht entspannt nach Mestre zurück.

Oh, da sind viel mehr Boote als vorher, hoffentlich geht alles gut und wir biegen in den richtigen Kanal ein. Eigentlich wollten wir entspannen aber das ist alles viel schmäler als der Canal Grande.

Jetzt wird es echt noch mal Interessant, das ist ja krasser als der Stau vorhin. Warum dürfen da die Motorboote fahren, die machen so viele große Wellen - „jetzt wissen wir, wieso der Spritzschutz notwendig ist.“

So nur noch unter der Zugbrücke durch, wer hat da jetzt das Licht ausgemacht?!  ;-) halber Herzinfarkt, durch einen überfahrendem Zug. Wenn jetzt jemand entgegenkommt dann ist das Boot nur noch Brennholz.

Endlich wieder vor Venedig, den Stress haben wir hinter uns gelassen. Jetzt wird aber noch mal Pause gemacht und gestreckt, sodass wir die letzten km nach Mestre auch noch schaffen.

Oha ist das ein komisches Gefühl, nach so langem Sitzen endlich wieder gestreckte Beine zu haben und auf festem Boden zu stehen.

Wie schwer wird das Boot jetzt wohl sein, bekommen wir das überhaupt noch aus dem Wasser, wir sind doch eigentlich nicht mehr in der Lage dazu.

Jetzt ist es nicht mehr viel Arbeit, Boot ausräumen, aufladen, festzurren und endlich fertig!

Wir sind total froh, das swir die Vogalonga mitgemacht haben, es ist definitiv ein Erlebnis wert. Es war einfacher als wir gedacht haben und wir haben es geschafft.

Es war ein unglaublicher Tag, und wir werden es nächstes Jahr wieder machen