2026-08-17 Wanderfahrt nach Hamburg

Bilder: Andrea G, Andrea R, Iris W, Jens N, Yukiko N, Claudia W, Sabine F

Wanderfahrt nach Hamburg

Montag, 17.08.2026

Wir starten unsere Wanderruderfahrt beim Biller Ruderclub v. 1884. Monika, Heidi und Michael begrüßen uns herzlich und machen uns sofort mit dem hervorragend ausgestatteten Rudergelände und den Wasserwegen vertraut. Heidi steuert „Moin Hamburg“ mit Jens auf Schlag, Clara, Sabine und Iris; Michael „Rothenburgsort“ mit Andrea R. auf Schlag, Claudia, Andrea G. und Martin. Leider kann Yukiko uns nicht begleiten, da sie immer noch von ihrer Sommergrippe außer Gefecht gesetzt ist. Am Vormittag legen wir 15,3 schöne Ruderkilometer zurück. Zunächst passieren wir viele unterschiedliche Kleingärten, die das Ufer der Bille und ihrer Kanäle säumen. Eine Besonderheit ist die Vielzahl an Brücken mit aussagekräftigen Namen, z. B. Braune Brücke, Gelbe Brücke. Die Namensgebung stammt noch aus Zeiten, als nicht jeder das Lesen beherrschte und man die Farben der Brücken als Wegmarker nutzte. Auf unserem Weg treffen wir Fischreiher, Kormorane, Haubentaucher und einen Schwan, welcher vehement und mit geschwellter Brust sein Revier und die Familie verteidigt. Wir passieren einen vietnamesischen Tempel, das Bermuda-Dreieck und genießen den Duft der nahegelegenen Gewürzmühle Hamburg.

Gegen 13:00 erholten wir uns im frisch renovierten Vereinshaus bei Kaffee, Tee und mitgebrachter Brotzeit. Vor der Nachmittagsrunde verabschieden sich vier Tegernseer, vier weitere entscheiden sich für eine weitere Runde mit Michael. Wir fahren in den Südkanal, passierten Tchibo, schicke Hausboote, Speicherhallen, sowie das Berliner Tor. Die Tierwelt präsentiert uns ein biberähnliches Tier, das aber keine Bäume anknabbert und Dämme baut, sondern Löcher gräbt, Nutria oder auch Biberratte genannt.

Da wir schon wieder eine Weile unterwegs sind, müssen wir anlegen, und Andrea G. entscheidet sich, dies bei McBoat zu tun. Nach abenteuerlichem Ausstieg mit Hilfe des Kavaliers Michael (s. Photo!), erledigter Getränkerückgabe und elegantem Einstieg geht es weiter.

Gegen 17 Uhr und weiteren 11,2 km – inklusive Ehrenrunde um die Billerhuder Insel – legen wir wieder am Verein an. Sobald das Boot wieder aufgeräumt ist, beginnt es, wie aus Kübeln zu regnen, und wir freuen uns einfach, dass das Wetter uns so lange gewogen war und wir einen so wunderbar abwechslungsreichen Nachmittag erlebt hatten.

Den Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Essen im „Burgerlich“ und mit einem kurzen Spaziergang über Gänsemarkt, Rathausmarkt und Alster ausklingen.

 

Dienstag, 18.08.2026 und Mittwoch, 19.08.2026

Unser zweiter Tag startet bereits um 8:30 auf dem Gelände des Alster Rudervereins Hanseat von 1925, wo uns Elisabeth begrüßt, und den Transponder aushändigt, mit dem wir am Dienstag und Mittwoch Zugang zu Boots- und Vereinshaus haben. Beide Häuser sind überaus luxuriös und einladend ausgestattet. Auffallend ist, dass immer viele Jugendliche auf dem Gelände anzutreffen waren, sei es, um eine Kenterübung durchzuführen oder im Gym zu trainieren. Unsere Boote sind die Treene und die Elbe. In der Treene wechselten sich Iris und Martin als Steuerleute ab, Jens rudert. Claudia und Sabine teilten sich den Steuerposten in der Elbe mit Andrea G. und Andrea R. („Rexi“), an Bord.

Die Kanäle der Alster sind erstaunlich angenehm zu befahren, ruhiges Wasser, wenig Verkehr. Wir beginnen unsere Fahrt auf dem Osterbekkanal Richtung Osten, weiter über den Barmbeker Stichkanal zur Alten Wöhr, in den Goldbekkanal mit einem Abstecher in den ruhig gelegenen Stadtparksee. Nach einer kurzen Runde über den See rudern wir weiter zum Rondeelteich, an dessen Ufer sich eine schöne Villa an die andere reiht. Über den Rondeelkanal geht es weiter zur Alster, auf welcher wir Richtung Norden zunächst am Anleger Hamburg eine kleine Pause gönnen. Die letzten Kilometer Richtung Norden führten uns zur Fuhlsbütteler Schleuse, wo die Steuerleute wechseln.

Der Rückweg führt uns über die Alster, den idyllischen Braband- und Skagerrak-Kanal sowie den Inselkanal.

Im Leinpfadkanal erwartet uns der erste Nervenkitzel der Wanderrudertage. Im engen Kanal kommt uns ein langes, breites Ausflugsschiff, der Alsterschwan, entgegen. Weil mehrere SUPs und ein Tretboot ebenfalls diesen Abschnitt befahren, müssen wir zügig ausweichen, es ist wirklich wenig Raum zum Navigieren.  Zum Glück ist hinter der Brücke wieder mehr Platz. Der Alsterschwan begegnet uns immer mal wieder.

Nach einem kurzen Umweg kommen wir über den Rondeelkanal zurück in den Osterbekkanal und damit ans Gelände des Alster Rudervereins Hanseat, wo wir gegen 16:00 und nach ca. 25 Kilometern die Boote wieder verstauen.

Abends hat Yukiko für uns einen Tisch in der recht schiefen Oberhafenkantine bestellt, wo es typische Hamburger Hausmannskost wie z. B. Labskaus gibt. Danach fahren wir mit der „Louisiana“ durch den nachtbeleuchteten Hafen, wo uns auch der Regen nicht davon abhält, vom oberen Deck ein wunderbares Panorama zu genießen.

Nach einem erholsamen Aufenthalt in unseren Unterkünften treffen wir uns am Mittwoch erst um 10:00. Obwohl Regen angekündigt war, schaffen wir auch an diesem Tag, eine wunderbare Fahrt über Außen- und Binnenalster. Was für ein Gefühl, auf der Binnenalster um den Springbrunnen zu fahren und ein Fotoshooting vor dem Rathaus zu machen! Natürlich gibt es auch einen Fotostopp bei Udo vor dem Atlantic-Hotel.

Mittags, nach 14,4 Kilometern, legen wir am Rudergelände an, räumen auf und bedanken uns bei Elisabeth für die Möglichkeit, zwei Tage Alster und Kanäle genießen zu dürfen.

Nachdem wir uns alle frisch gemacht haben, treffen wir uns zum gemeinsamen Essen bei Tim Mälzer, wo wir hervorragend speisen und ein cooles, jugendliches Ambiente genießen.

Sabine stellte an diesem Tag fest, dass man im (oder auf) dem Hamburger (!) Dom kein Kerzerl anzünden kann, holte dies aber dann im Michel nach 😊.

 

Donnerstag, 20.08.2026

An unserem letzten Tag gestaltet jeder sein eigenes Programm, z. B. ein Besuch im Rathaus mit Führung, Besuch des Alten Elbtunnels, des Schellfischpostens, Frühstück in der Speicherstadt. Um 17 Uhr sind wir mit Ulrich vom Wanderruderverein „Die Wikinger“ in Hamburg-Veddel zum „Feierabend-Rudern“ verabredet, der mit uns über die Norder-Elbe in den Hansahafen fährt. Glücklicherweise lassen die angekündigten Regenfälle gute 60 Minuten Raum für eine halbwegs trockene Ausfahrt, die zwar landschaftlich nicht die schönste, aber eine der aufregendsten Fahrten ist. Zum einen lernen wir die starke Strömung der Elbe kennen, zum anderen fühlen wir uns unendlich klein neben den großen Kuttern, an denen wir vorbeifahren.

Unsere Boote haben die klangvollen nordischen Namen Sleipnir, Fafnir und Aegir. Ein beeindruckendes Spektakel bietet eine Übung des Feuerwehrschiffes, bei der eine starke Fontäne über die Bucht geschickt wird. Die Größe der anderen Schiffe ist beeindruckend. Im Hansahafen liegen alle still vor Anker, auch der große Viermaster „Peking“, aber auf der Norderelbe steuert ein riesiger Kohlefrachter von achtern auf uns zu, und wir müssen ausweichen. Wir sind erleichtert, als wir wieder anlegen und die Boote aufräumen – ehe es wieder heftig zu regnen beginnt.

Und hier endet die gemeinsame Wanderruderfahrt. Wir danken Yukiko für die hervorragende Organisation, Jens, der sie unterstütze und für einen reibungslosen Ablauf sorgte, und Clara, die ihre Mutter am Montag im Boot vertreten durfte, da Yukiko erkrankt war.  Wir alle freuen uns auf viele weitere so spannende und abwechslungsreiche Fahrten und bedanken uns für dieses unglaubliche Engagement der Familie Nave!

Claudia M.  und Andrea G