Ruderkurs 2026

Rudern ein Wintersport?!

Wir Teilnehmer des Ruderkurses 2026 hatten es uns so romantisch vorgestellt. Bei Sonne über ruhiges Wasser gleiten. Aber als wir am ersten Tag des Kurses das Gelände der RVaT betraten sah es so gar nicht nach Rudern aus. Bei Schneefall wären Ski oder Schlitten das näherliegende Sportgerät gewesen. Immerhin: Die Egerner Bucht war eisfrei. Trotz oder wegen der Kälte war der Theorie-Teil nur kurz und die Boote wurden zu Wasser gelassen.
Aller Anfang ist schwer. Dieses Sprichwort gilt auch für’s Rudern. Backbord links und Steuerboard rechts, oder andersrum? Dollen nach hinten oder vorne? Ja und wo ist überhaupt hinten und wo ist vorn? Wir fahren nach vorn und schauen nach hinten. Obelix würde sagen: „Die Spinnen die Briten Ruderer.“
Doch langsam kommt Ordnung ins Chaos. Bestens betreut von erfahrenen Ruderern des Vereins haben alle Boote eine Runde durch die Bucht gedreht und es auch wieder an Land geschafft.
Und an den folgenden Treffen wurde es immer leichter. Weniger Rudersalat, mehr fahren. Die vielen Technik-Übungen, die wir erlernten zeigten Erfolg. Auch das Wetter wurde zunehmend freundlicher.
Ob Rudern auch als Sport für Paare geeignet ist? Das wird die Zukunft zeigen. Im Kurs wurde darauf geachtet, dass Paare immer in getrennten Booten fahren. Teamgeist ist dennoch auf jeden Fall notwendig. Wer seinen eigenen Rhythmus fahren will ist im Ruderboot (außer dem Einer) schlecht aufgehoben. Es ist unabdingbar sich auf die anderen einzulassen und einen gemeinsamen Takt zu finden. Weitere Tugenden im Rudersport sind Pünktlichkeit und fleißiges Zupacken beim Wasserlassen der Boote und anschließendem Aufräumen.
Als es dann hieß, heute fahrt ihr ohne, dass jemand von den Betreuern im Boot ist, stieg bei manchem Teilnehmer doch noch mal kurz die Aufregung. Rudern klappt ja bei allen schon ganz gut. Auch wenn die Technik komplexer ist, als es im ersten Blick vielleicht erscheint. Auf dem Wasser waren wir nicht alleine. Vom motorisierten Begleitboot aus wurden weiter Tipps und Korrekturanweisungen gegeben. Aber wer auf dem Wasser ist, muss irgendwann auch wieder anlegen. Und das bedeutet: gut zielen, vorsichtig – aber nicht zu vorsichtig – fahren, richtige Kommandos zum richtigen Zeitpunkt geben.
Zunehmend mehr kommen die Boote und ihre Insassen in einen Flow. Langsam nähern wir uns dem was wir uns unter Rudern vorgestellt haben.

(Katharina H.)